Bildung auf Talfahrt

BiB„Wir gehen in Bayern nicht den Weg anderer Länder, die den Personalstand im Bildungswesen zurückfahren. Wir garantieren vielmehr den bayerischen Schulen, dass auch bei sinkenden Schülerzahlen die frei werdenden Lehrerstellen im Bildungssystem belassen werden“, so steht es im Regierungsprogramm der CSU, dem Bayernplan, unter dem Stichwort „Vorfahrt für Bildung“. Die jetzt beschlossene Kürzung der Lehrerstellen ist schlicht ein Bruch des Wahlversprechens unter dem Stichwort „Talfahrt für Bildung“.

Wer Referendaren aus Bayern empfiehlt, sich in anderen Bundesländern zu bewerben, um dann noch Lehrerstellen zu streichen, signalisiert jungen, hervorragenden Lehrerinnen und Lehrern, sie würden weder gebraucht, noch hätten sie in Bayern eine Zukunft. Die CSU torpediert damit ihre eigens gesetzten Ziele: die Klassenstärke zu reduzieren, die individuelle Förderung zu verbessern und das Ganztagsangebot der Schulen auszubauen.

Rund 1.600 Realschulen und Gymnasien haben Klassen mit mehr als 31 Schülern, die den Schülerinnen und Schülern versprochene individuelle Förderung sieht anders aus. Wer entgegen aller Experteneinschätzung an der Bildung spart und Stellen kürzt, beweist dass er weder rechnen, noch zuhören, noch sein eigenes Regierungsprogramm lesen kann. Doch selbst dann gilt: An den eigenen Worten muss man sich messen lassen.


LehrerInnen aller Schulrichtungen haben sich mittlerweile in der Initiative Bewegung in Bildung zusammengeschlossen, um auf die prekäre Situation aufmerksam zu machen. Auf dieser Seite finden Sie auch eine Übersicht über Aktionen und Presseberichtserstattung zu diesem Thema.

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