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Bei diesem Empfang der Grünen zum Internationalen Frauentag waren selbst die Stehplätze knapp: Die gesellschaftliche Praxis der Rechte der Frauen weltweit, im Besonderen aber die Situation der Frauen in Afghanistan hatte die Vorsitzende und frauenpolitische Sprecherin der Grünen im Landtag, Margarete Bause, zum Anlass genommen, mit ihren Gästen auf dem Podium, Dr. Mahbuba Maqsoodi vom Verein "Afghanische Frauen in München e.V." (AFM e.V.) und Barbara Lochbihler, Generalsekretärin von amnesty international, nachzuhaken. In welchem Maße verhindern fundamentalistische Strömungen, aber auch Globalisierung und Neoliberalismus reale Fortschritte, was die Durchsetzung von Frauenrechten angeht? Tatsache ist: nach wie vor sind Frauen weltweit überproportional von Armut betroffen. In zahlreichen Ländern ist ihnen der gleichberechtigte Zugang zu Bildung, Ausbildung, eigener Sexualität und Einkommen verwehrt. Sie sind Opfer vielfältiger Formen von Gewalt wie Zwangsprostitution, Genitalverstümmelung oder Zwangsheirat. Und noch immer sind Frauen und Mädchen massiven Diskriminierungen ausgesetzt. Dr. Mahbuba Maqsoodi weiß um die Nöte der Frauen hier wie auch in ihrem Ursprungsland, wo "es schon lebensgefährlich war, über Frauenrechte auch nur nachzudenken". Als 1992 die Mudschaheddin an die Macht kommen, flüchtet sie nach Deutschland und versucht hier als Vorsitzende des Vereins "Afghanische Frauen in München" jenen Frauen zu helfen, die ihren Weg aus ihrer isolierten Position in dieser Gesellschaft noch nicht gefunden haben. In München leben zur Zeit rund 4000 AfghanInnen, unter ihnen viele Frauen, die als Lehrerinnen oder Beamtinnen gearbeitet haben und nach ihrer Flucht nun keine Arbeit finden. Rund 20 Frauen arbeiten ehrenamtlich im AFM e.V. und unterstützen bei Aufenthalts- oder Erziehungsproblemen, organisieren Feste und Vorträge, vermitteln Afghaninnen an Deutsche Sprachkurse weiter. Der Münchner Ausländerbeirat ehrte den Verein im Februar 2009 mit dem Förderpreis "Münchner Lichtblicke".

In dieser Diskussionsrunde erinnerte Barbara Lochbihler, die für die Grünen für das Europaparlament kandidiert, unter anderem daran, seit welch kurzer Zeit Frauenrechte überhaupt als Menschenrechte anerkannt sind, und das, obwohl die Allgemeine Erklärung für die Menschenrechte bereits vor 60 Jahren verabschiedet wurde. Es war auf der Weltkonferenz für Menschenrechte in Wien 1993, auf der die verschiedenen Formen der Unterdrückung der Frau nicht mehr nur als Diskriminierung, sondern als Verletzung der Menschenrechte anerkannt wurden.
"Die Frage der Geschlechtergerechtigkeit ist in erster Linie eine ganz knallharte Machtfrage und nichts anderes", betonte die Fraktionsvorsitzende der Grünen Margarete Bause. Dies sei nach ihrer Überzeugung auch der Grund, weshalb die Widerstände gegen eine gleichberechtigte Teilhabe der Frauen an Erwerbstätigkeit, Vermögen und Macht so groß seien - gerade auch in Deutschland. Grundsätzliche Appelle, Sanftmut und nichtssagende Erklärungen würden grundsätzlich nicht weiterhelfen, und im Hinblick auf die Ausführungen ihrer Co-Referentinnen führte sie weiter aus: "Der Kampf um Menschenrechte ist ein globaler Kampf. Deshalb müssen unsere Netzwerke und Aktionsforen ebenfalls global sein".
Umrahmt wurde diese nachdenkliche und zugleich auch sehr fröhliche Veranstaltung von Musik und Tanz. Sahranai Zarif, eine Schülerin, die seit 1996 zusammen mit ihrer Familie in München lebt, sang afghanische Lieder und spielte die Dorya. Im Anschluss an die Diskussion nutzten die über 150 Frauen den Abend nicht nur zum intensiven und lebhaften Austausch, sondern auch zum Tanzen.
Dieser Empfang zum Internationalen Frauentags war der Auftakt zu einer frauenpolitischen Gesprächsreihe, in der sich die Grünen im Bayerischen Landtag speziell mit Frauen aus anderen Kulturen auseinandersetzen wollen.