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München (sip). Im Zuge des Atomskandals um das Versuchsendlager Asse ist der Betreiber der Anlage, das Münchner Helmholtz-Zentrum, massiv in die Kritik geraten. Die Landtagsgrünen fordern von der Staatsregierung daher umgehend Aufklärung über die schwerwiegenden Vorwürfe gegen das Forschungsinstitut: "Der Freistaat Bayern ist Mitgesellschafter des Helmholtz-Zentrums", schlägt die Fraktionsvorsitzende der Grünen, Margarete Bause Alarm. Vertreter der Staatsregierung säßen damit auch im Aufsichtsrat des Asse-Betreibers. "Wir wollen dringend wissen, was den staatlichen Kontrolleuren bislang von den skandalösen Vorgängen um Asse bekannt war." Wie bislang aufgedeckt wurde, hatte die Helmholtz-Gesellschaft mindestens seit 1994 Kenntnis darüber, dass im ehemaligen Salzbergwerk Asse nach der Einlagerung von schwach und mittel radioaktivem Atommüll verstrahlte Lauge auftrat. Dennoch ist es dem Betreiber weder technisch gelungen, die Kontaminationen zu stoppen, noch hat er die Öffentlichkeit informiert. Derzeit lagern in der Asse 126.000 Fässer mit Atommüll und es ist völlig unklar, wie das vermeintliche Endlager angesichts der radioaktiven Verseuchung dauerhaft abgesichert werden soll.
"Der Umgang des Helmholtz-Zentrums mit dem atomaren Risiko in Asse ist völlig verantwortungslos", kritisierte die grüne Fraktionsvorsitzende. Nach einem gestern vorgelegten Bericht des niedersächsischen Umweltministeriums hat der Betreiber wiederholt gegen Gesetze verstoßen. Zudem fehle es ihm an der notwendigen Fachkunde und Zuverlässigkeit. "Es ist ein Skandal, dass eine Forschungsgesellschaft, die vom Staat finanziert und kontrolliert wird, über Jahre hinweg so eklatant versagt hat." Die Aufsicht über die bayerische Beteiligung am Forschungszentrum liegt beim Finanzministerium von Erwin Huber. Der Freistaat Bayern stellt qua Satzung sogar den stellvertretenden Vorsitzenden des Helmholtz-Aufsichtsrats. Margarete Bause: "Wir fordern Erwin Huber dringend auf, hier für die längst überfällige Aufklärung zu sorgen."