Margarete Bause, MdL

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21. Oktober 2010

Seehofer und der Jugendwahn

Der CSU-Chef wettert gegen die Rente mit 67 - doch wie war das mit den Ministern über 60?

München (21.10.2010/sip). Angesichts der zahlreichen inhaltlichen Pirouetten, die CSU-Chef Seehofer derzeit zur großen Verwirrung von Publikum und Parteifreunden dreht, haben die Grünen insbesondere seine aktuelle Kritik an der Rente mit 67 mit Interesse verfolgt. "Es ist sehr bemerkenswert, dass ausgerechnet Seehofer die mangelnden Beschäftigungsmöglichkeiten für ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer beklagt", wundert sich die grüne Fraktionschefin Margarete Bause. Schließlich sei es ja eine von Seehofers ersten Amtshandlungen als Ministerpräsident gewesen, über das Kabinett eine Altersgrenze von 60 Jahren zu verhängen und der älteren Garde unter den Ministern unbarmherzig den Stuhl vor die Tür zu stellen. "Mit der Wertschätzung für die Erfahrung älterer Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die Seehofer von der Wirtschaft einfordert, ist es in seinem eigenen Verantwortungsbereich nicht weit her", konstatiert Margarete Bause. "Aber vermutlich ist das nur wieder ein weiteres Beispiel Seehofer'scher Dialektik."

Da der Fankreis innerhalb der Union, der Seehofers Gedankensprünge noch nachvollziehen kann, allerdings von Tag zu Tag kleiner werde, könne der Ministerpräsident froh sein, dass zumindest die Bayerische Verfassung noch die Würde des Alters zu schätzen weiß: "Jugendwahn hin oder her: Noch immer darf in Bayern nur Ministerpräsident werden, wer die Altersgrenze von 40 Jahren überschritten hat. Daran kann sich Seehofer immerhin aufrichten, wenn die Sehnsucht der CSU nach dem jungen Retter Guttenberg allzu groß zu werden droht. Bis der Baron 40 wird, hat Seehofer zumindest als Ministerpräsident noch ein Jahr und knapp zwei Monate Schonzeit."

 

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