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München (17.12.2010/sip). Anlässlich seines bevorstehenden Tschechien-Besuchs haben die Landtagsgrünen Ministerpräsident Horst Seehofer viel diplomatisches Geschick gewünscht: „Die Reise eines bayerischen Ministerpräsidenten nach Prag war überfällig und ist ein erster Schritt zur Normalisierung, um die bayerisch-tschechischen Beziehungen auf eine neue Grundlage zu stellen“, sagte die Fraktionsvorsitzende Margarete Bause. „Die belastete Vergangenheit hat allzu oft die wichtigen Zukunftsfragen überschattet und den Blick dafür verstellt, dass Bayern und Tschechien eine Jahrhundertealte enge Nachbarschaft verbindet. Es ist höchste Zeit, hier einen neuen Anfang zu wagen.“
Die vielfältigen Kooperationen zwischen Tschechien und Bayern, die bereits im zivilgesellschaftlichen Bereich bestünden, müssten nun auch auf Ebene der Regierungen nachvollzogen werden. Schließlich, so Margarete Bause, gebe es wichtige Themen, die die beiden Nachbarländer bewegten und für die eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit entscheidend sei.
Ganz oben auf der Agenda steht für die Grünen die Sicherheit des umstrittenen Atomkraftwerks Temelin, das weniger als 100 Kilometer von der niederbayerischen Grenze entfernt liegt. Eine bessere Kooperation sei auch zwischen den beiden Nationalparks Bayerischer Wald und Böhmerwald/Sumava notwendig. Die touristische Attraktivität der Region könne nur dann gewährleistet werden, wenn beide Parks gemeinsam am konsequenten Naturschutzkonzept festhalten. Höchste Priorität müsse darüber hinaus die Verbesserung der Schienenverbindungen zwischen München und Prag haben: „Es ist geradezu sinnbildlich, dass man mit der Bahn mittlerweile von München fast schneller nach Paris kommt als nach Prag.“ Die Donau-Moldau-Bahn über Regensburg und Pilsen müsse deshalb dafür sorgen, dass die beiden Nachbarstaaten auch ganz pragmatisch näher zusammenwachsen könnten.