Margarete Bause, MdL

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24. Februar 2011

Wenn Werte zur Fußnote verkommen

CSU steht durch Guttenberg-Skandal vor einem Scherbenhaufen – Universität muss konsequent aufklären

München (sip). Die Landtagsgrünen sehen nach der Aberkennung des Doktortitels für Verteidigungsminister zu Guttenberg die CSU vor einem Scherbenhaufen: „Spätestens mit der Entscheidung der Universität Bayreuth ist klar, dass die Vorwürfe gegen Guttenberg eben keine ‚linke Hetzkampagne‘ waren, wie von der CSU immer behauptet, sondern dass der schneidige CSU-Politstar nachweislich getäuscht und gelogen hat“, sagte die Fraktionsvorsitzende Margarete Bause.

Die Wagenburg, die die CSU angeführt von Parteichef Seehofer um den Verteidigungsminister aufgezogen habe, falle damit auf die ganze Partei zurück: „Es ist offenkundig, dass die CSU nur um ihren vermeintlichen Hoffnungsträger und Stimmenjäger zu retten bereit ist, politischen Anstand und Glaubwürdigkeit zu opfern. Damit führt sie die Menschen, die Guttenberg jetzt noch die Treue halten, ein zweites Mal an der Nase herum.“ Schließlich habe der Minister mit seiner dreisten Täuschung bei der Dissertation nicht nur den wissenschaftlichen Kodex verletzt, sondern letztlich auch genau die bürgerlichen Werte mit Füßen getreten, als deren Garantin sich die CSU sonst so gerne feiern lasse: „Guttenberg, der zum Aushängeschild für einen neuen, konsequenten und glaubwürdigen Konservatismus hochstilisiert werden sollte, ist jetzt auf CSU-Normalmaß gestutzt und steht in einer Linie mit den alten Spezln und Schwindlern, für die die CSU-Parteitradition ja berühmt und berüchtigt ist.“

Die Universität Bayreuth sei nun in der Pflicht, die Vorwürfe gegen Guttenberg konsequent weiter aufzuklären, sagte die hochschulpolitische Sprecherin Ulrike Gote. „Nur, wenn die Universität den gesamten Vorgang kritisch aufarbeitet und rückhaltlos prüft, wie aus einem Plagiat eine Doktorarbeit ‚summa cum laude‘ werden konnte, wird es ihr gelingen, eine dauerhafte Rufschädigung abzuwenden.“ Gerade die Universität müsse im Interesse ihrer Studierenden darüber hinaus deutlich machen, dass der Verteidigungsminister nach dem Skandal um seine Doktorarbeit nicht mehr als Werbeträger für eine renommierte Hochschule taugen könne. „Hier ist ein klarer Trennungsstrich geboten.“

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