Naturparadies inmitten der Großstadt

Mit nur wenigen Schritten kann man im Münchner Osten dem Trubel der Großstadt entfliehen und in ein idyllisches Stück Natur eintauchen. Es ist erstaunlich wie schnell man das hektische Treiben hinter sich lassen kann, wenn der Verkehrslärm dem Vogelgezwitscher weicht. Zumindest ging es mir so als ich bei strahlendem Sonnenschein das Ökologische Bildungszentrum in der Englschalkinger Straße in Bogenhausen besucht habe.

Nach einer kurzen Begrüßung durch den Geschäftsführer Marc Haug und Ulrike Wagner von der Münchner Volkshochschule besichtigen wir die Räumlichkeiten des modernen Rundbaus. Helle Räume, die sich gut in das Grün der Umgebung einfügen, geringer Energieverbrauch und ein angenehmes Raumklima zeigen: die ökologische Bauweise bringt auch für die Nutzung des Gebäudes viele Vorteile. Einziger Wermutstropfen – die kaputte Photovoltaikanlage auf dem Dach. Eigentlich kein großes Problem, sollte man meinen. Jedoch reicht das Budget nur für den laufenden Betrieb und es findet sich niemand, der die Kosten für eine Reparatur übernimmt. Deshalb kann selbst bei bestem Wetter kein Strom erzeugt werden. Sofort ist klar: Hier muss dringend eine Lösung gefunden werden!
1000 Veranstaltungen pro Jahr mit 20.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Diese Zahlen machen Eindruck! Der Wirkungskreis reicht weit über München hinaus. Die vielfältigen Angebote wie das Imker-Projekt oder das Saatgut-Festival locken auch Interessierte aus der näheren und weiteren Umgebung bis nach Salzburg ins ÖBZ, berichtet Marc Haug. Insgesamt profitieren noch viel mehr Personen von der hier geleisteten Arbeit. Denn das 6,5 Hektar große Gelände ist frei zugänglich und lädt zum Verweilen in der Natur ein. Bei einem Rundgang durchs Gelände erzählen uns Konrad Bucher (Vorstandsmitglied) und Frauke Feuss (Landschaftsarchitektin und zuständig für die Betreuung der Freiflächen) viel über die Bildungsarbeit des Umweltzentrums. Der Themengarten Nachwachsende Rohstoffe greift ein wichtigstes Zukunftsthema auf und vermittelt anschaulich wissenswerte Fakten. Hier findet Bildung zum Anfassen statt. Auch der Streuobstlehrpfad zeigt auf spielerische Weise die ökologischen Zusammenhänge in einer naturnahen Landschaft auf. Überall kann man kleine liebevoll gestaltete Details finden, die zeigen mit welcher Begeisterung alle Beteiligten ihrer Arbeit nachgehen. Viele Freiwillige kümmern sich in ihrer Freizeit um die Gemeinschaftsgärten und haben in den vergangenen Jahren eine kleine Oase mit großem Artenreichtum geschaffen.
Ein Naturerlebnis der besonderen Art ist der Experimentiergarten. Hier gibt es viel Spannendes für Groß und Klein zu entdecken. Mein persönliches Highlight: die mietfreie Hornissen-Wohnung.

Die letzte Station unseres Rundgangs führt uns zum NaturSpielRaum. Hier ist der Name Programm. Ein großer Spielplatz aus Naturmaterialien, der optimal in die Umgebung eingebettet ist. Und das Beste: die Kinder haben Mitspracherecht bei der Gestaltung. Regelmäßig werden sie in die Planung einbezogen und können so ihre Wünsche äußern. Wahrscheinlich mit ein Grund, weshalb der Spielplatz so gut ankommt. „Bei gutem Wetter kommen Gruppen aus ganz München zu uns“ bestätigt Frauke Feuss.

Mein Fazit zum Besuch: Das ökologische Bildungszentrum in Bogenhausen ist ein grünes Schatzkästlein und ein wertvoller Treffpunk für Jung und Alt. Hier wird ein unverzichtbarer Beitrag geleistet für die Umweltbildung in der Stadt. Das engagierte und kompetente Team macht zusammen mit vielen Ehrenamtlichen einen tollen Job! Und ich hoffe sehr, dass sich zeitnah ein Sponsor für eine neue Photovoltaikanlage findet.

 

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