Integration von Anfang an!

München, meine Stadt. Gemeinsam haben wir sie zum Symbol von Willkommenskultur und Gastfreundschaft gemacht. Schließlich ist es nicht wichtig, wo jemand herkommt, sondern was er aus seinem Leben machen will. Wer vor Krieg und Zerstörung flieht, findet bei uns Schutz. Und wer hier lebt, muss unser Grundgesetz anerkennen. Damit Integration gelingt, setzen wir GRÜNE auf Sprachkurse und Bildung von Anfang an. Der Zugang zu Ausbildung und Arbeit muss für alle möglich sein, unabhängig von der sogenannten Bleibeperspektive. Mit uns gibt es keine Ausbildungs- und Arbeitsverbote, aber mehr Unterstützung für die vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer.

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Aktuelles aus der Fraktion:

Mehr Informationen aus der grünen Landtagsfraktion zum Thema Integration und Migration


Meine Beiträge zum Thema:

  • Solidarität mit den Ehrenamtlichen in der Flüchtlingsarbeit

    28. September 2016

    Sehr geehrte Damen und Herren,

     

    die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Bayerischen Landtag unterstützt die Anliegen der Ehrenamtlichen in der Flüchtlingsarbeit und erklärt sich solidarisch mit den Helferinnen und Helfern, die am 1.Oktober 2016 in einen 24-Stunden-Warnstreik treten wollen.

    Wir sind beeindruckt über das überwältigende Engagement, das große Fachwissen und die Empathie der zahlreichen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer. Durch die vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Ehrenamtlichen und Geflüchteten wird Enormes geleistet, sei es beim Erlernen der Sprache, beim Umgang mit Behörden, bei der Suche nach einem Ausbildungs- oder  Arbeitsplatz, bei der Wohnungssuche oder bei der Begleitung im Alltag.

    Die Aufgabe der Integration ist groß. Ob wir sie erfolgreich bewältigen, entscheidet sich auf der menschlichen Ebene. Bleiben die Flüchtlinge unter sich oder werden sie Teil unseres Alltags, in den Betrieben, in den Vereinen, in der Nachbarschaft, in den Schulen oder in den Kirchen. Wenn man Integration mit einer Brücke vergleicht, dann ist das ehrenamtliche Engagement dafür der tragende Brückenpfeiler.

    Umso ärgerlicher sind die stetigen Erschwerungen, Behinderungen und Abwertungen dieser Leistungen von Seiten der Regierung: unsinnige, integrationshemmende Umzugsanweisungen, Arbeits- und Ausbildungsverbote, Einschränkung des Familiennachzugs, lange Wartezeiten bei Sprach- und Integrationskursen, um nur einige Punkte zu nennen. Die wertvolle Expertise der Ehrenamtlichen und die Erfahrungen der Geflüchteten werden nicht berücksichtigt. Anstatt Integrationsmaßnahmen zu unterstützen und Teilhabe zu ermöglichen, kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass Integration bewusst behindert werden soll. Auf den Punkt brachte diese blockierende Haltung der CSU-Generalsekretärs Andreas Scheuer mit seiner unsäglichen und rassistischen Aussage, dass nichts so schlimm sei wie ein ministrierender, fußballspielender Senegalese. Diese Sprache der Verachtung verurteilen wir aufs Schärfste.

     

    Wir wollen zusammen mit Ihnen die Kräfte des Gelingens stärken und Chancen und gute Zukunftsperspektiven für alle ermöglich – denn nur gemeinsam gewinnen wir.

     

    unterschrift_ludwig    unterschrift-margarete

     

    Margarete Bause                          Ludwig Hartmann                             Christine Kamm

    Fraktionsvorsitzende                    Fraktionsvorsitzender                      Asylpolitische Sprecherin

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  • Ein Zufluchtsort für Frauen auf der Flucht

    18. Mai 2016

    34 Frauen und 20 Kinder leben im Moment in der Flüchtlingsunterkunft in München-Ramersdorf, eine Einrichtung speziell für allein reisende oder stark traumatisierte Frauen. Männer haben hier keinen Zutritt. Bei meinem Besuch dort erzählt uns die Teamleiterin des Hauses, Lisa Stölzl, die Geschichte von Alia*, einer Bewohnerin der Einrichtung. Sie ist 24 Jahre alt und stammt aus Syrien. In ihrer Heimat zwangsverheiratet, wurde sie kurz nach der Hochzeit schwanger. Ein Kind von diesem Mann hatte sie nie gewollt. Nach einem Suizidversuch floh sie aus Syrien. Ihr Vater und Ihr Onkel, die selbst geflüchtet waren, verfolgten sie auch in Deutschland und versuchten Alia zur Rückkehr zu ihrem Ehemann zu zwingen. Alia war inzwischen im 5. Monat schwanger. Das Kind wollte sie auf keinen Fall behalten. Zu schrecklich waren die Erlebnisse, die sie damit verband. Als sie erfuhr, dass in Deutschland ein Abbruch in dieser Phase der Schwangerschaft verboten ist, war das ein schwerer Schock. Sie zeigte stark autoaggressives Verhalten. Kinderspielecke in der FrauenflüchtlingsunterkunftNur durch eine enge Zusammenarbeit der Asylsozialberatung, der Frauenhilfe München und der Polizei gelang es, Alia wieder ein Gefühl der Sicherheit zu vermitteln. Der erste Schritt war getan. Mithilfe der Schwangerschaftsberatung von pro familia schaffte Alia es, sich auf ihr neues Leben mit ihrem Kind vorzubereiten. Mittlerweile freut sie sich darauf. Weiterlesen

  • Woher kommt der Terror?

    3. Februar 2016

    Junge Menschen hier bei uns radikalisieren sich – dem müssen wir uns stellen.

    Geradezu triumphierend kommt Thomas Kreuzer wenige Tage nach den Terroranschlägen von Paris im Plenum auf mich zu: „Jetzt ist es soweit!“, sagt der CSU-Fraktionsvorsitzende und raunt bedeutungsschwer:„Unter den Terroristen von Paris war ein in Bayern registrierter Flüchtling“, als wolle er sagen: „Hab ich nicht immer davor gewarnt: Mit den Flüchtlingen kommt der Terror nach Europa.“ Einen Tag später muss Innenminister Herrmann einräumen, dass es sich um eine Falschmeldung gehandelt hat. Ob nur aus Nervositätund Wichtigtuerei oder eine bewusste Instrumentalisierung des Terrors – extrem peinlich war das allemal. Und schädlich, weil damit die grassierende Verunsicherung noch verstärkt wird. Wo die Verunsicherung wächst, da wächst auch das Bedürfnis nach einfachen Antworten und schnell identifizierbaren Schuldigen. Dabei braucht es gerade in aufgeheizten Debatten Klarheit und Vernunft. Das beste Mittel gegen Gerüchte sind Fakten. Deshalb lohnt noch einmal der Blick darauf, was wir offiziell über die Attentäter von Paris wissen. Derzeit wird von neun Terroristen ausgegangen, von denen sieben identifiziert sind. Diese sieben jungen Männer im Alter von 20 bis 31 Jahren sind in Frankreich und Belgien geboren beziehungsweise aufgewachsen. Nahezu alle hielten sich für längere Zeit in Syrien auf. Zwei bisher nicht identifizierte Selbstmordattentäter sind im Oktober 2015 auf der griechischen Insel Leros registriert worden und trugen syrische Pässe bei sich. Die Attentäter sind also hauptsächlich Europäer, ihre Radikalisierung hat in Paris, Straßburg oder Brüssel stattgefunden. Weiterlesen