Suzan Fayad

Die Leiterinnen des Nadeem-Zentrums (von links nach rechts): Dr. Mona Hamed, Dr. Aida Seif al-Dawla, Dr. Magda Adly und Dr. Suzan Fayad in ihrem Büro in Kairo im Januar 2018

Im November 2018 unternahm ich gemeinsam mit anderen Kolleg*innen des Menschenrechtsausschusses eine Delegationsreise nach Ägypten, ein Land, in dem schwerste Menschenrechtsverstöße an der Tagesordnung sind. Gerne hätte ich in Kairo auch Suzan Fayad getroffen, für die ich wenige Monate zuvor meine erste Patenschaft im Rahmen des Programms „Parlamentarier schützen Parlamentarier“, übernommen hatte.

Die Psychiaterin Suzan Fayad ist eine der drei mutigen Gründerinnen des Nadeem-Zentrums, das sich um Opfer von Gewalt und Folter in  kümmert. Das Zentrum wurde 1993 gegründet und ist seitdem die einzige Spezialklinik zur Behandlung Überlebender von Folter und Gewalt in Ägypten. Neben der medizinischen und psychologischen Behandlung dokumentiert das Zentrum Fälle staatlicher Misshandlungen. Zusätzlich arbeitet es mit anderen Organisationen zusammen, um Folteropfer und deren Angehörige juristisch zu unterstützen. Auch Frauen, die geschlechtsspezifische Gewalt erfahren haben, werden hier betreut.

In Ägypten sind Justizwillkür und Folter in Polizeiwachen oder Haftanstalten an der Tagesordnung, MenschenrechtsaktivistInnen verschwinden. Das Regime von Präsident Al-Sisi leugnet den Einsatz von Folter und geht seit 2016 massiv gegen das Zentrum vor. Ihre  Arbeit hat die Gründerinnen auch selbst in den Fokus der Behörden gebracht. So stürmte die Polizei unter anderem im Februar 2020 die Räume des Nadeem-Zentrums, seitdem ist es geschlossen. Den Frauen wird vorgeworfen, ihre Praxis-Lizenz überschritten zu haben, da sie die Folteropfer nicht nur behandelt, sondern deren Verletzungen auch veröffentlicht haben.

Die mutigen Frauen des Nadeem-Zentrums leisten unter Einsatz ihres Lebens Widerstand gegen dieses Unterdrückungsregime. Tag für Tag. Dieser Mut, der auch mit dem Menschenrechtspreis 2018 von Amnesty International gewürdigt wurde, braucht unsere Unterstützung. Deshalb setze ich mich für den Schutz von Dr. Suzan Fayad ein.

„Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.“

Diese Weisheit Mahatma Gandhis ist ein treffendes Motto für meine politische Erfahrung. Seit 30 Jahren kämpfe ich zusammen mit den bayerischen Grünen für Ökologie und Gleichberechtigung, für Nachhaltigkeit und Teilhabe, für Vielfalt, Toleranz und Demokratie – jetzt auch in Berlin.

Wir sind noch nicht am Ziel, aber auf einem guten Weg. Ich freue mich über Begegnungen und Austausch mit Ihnen bei Veranstaltungen vor Ort, auf Twitter oder auf meiner Facebook-Seite.

  • Margarete Bause mit Ai Wei Wei
  • Kundgebung der Grünen in den 80ern
  • Spielkarte
  • Margarete Bause trifft bei Protest gegen Rüstungsgeschäfte der bayerischen Landesbank auf Günter Beckstein
„Wo Bause ist, ist Ärger.“Horst Seehofer im Bayerischen Rundfunk

Patenschaften für Menschenrechtsverteidiger*innen

Menschenrechtsverteidiger*innen und bedrohte Parlamentarier*innen brauchen weltweit Schutz

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In vielen Staaten werden Menschen, die die Menschenrechte verteidigen, selbst Opfer von Menschenrechtsverletzungen. Besonders bedroht sind Rechtsanwält*innen, Journalist*innen, Gewerkschafter*innen, Umweltschützer*innen sowie Vertreter*innen von Frauenorganisationen, von ethnischen und religiösen Minderheiten und indigenen Völkern. Im Rahmen des Bundestagsprogramms Parlamentarier*innen schützen Parlamentarier*innen, leisten wir Abgeordnete einen Beitrag zum Schutz und zur Förderung der Menschenrechte im Ausland und praktizieren damit Solidarität zwischen deutschen und ausländischen Parlamentarier*innenn sowie Menschenrechtsverteidiger*innen.

Im Rahmen des PSP-Programms und anderer Patenschaftsprogramme unterstütze ich mehrere engagierte Menschenrechtsverteidiger*innen.